Donnerstag, 7. März 2013
Australien 2000 / 2001
Down Under wir kommen...

14.12.2000

Abflug von Berlin im Airbus A330. Unter uns liegt Istanbul, die Flughöhe beträgt 1249m. Das Bord-Entertainment bietet viele Filme an. Die Bordcrew kommt aus SriLanka, ist nett anzusehen und teilt heiße Tücher aus. Das erste Essen wird gereicht - Hühnchenbrust mit Röster, Gemüse und Soße. Pastete mit Salat. Kaffee und Kuchen, Kekse, Käse, Schokolade und ein Wasser. S. hat Beef gegessen. Dann heftige Turbulenzen. Das Essen bleibt aber drin. Nun werden reichlich Getränke gereicht. H. genehmigt sich einen Whisky und Apfelsaft. S. eine Cola und Rotwein und ich einen Cinzano Rosso mit Kirsche und einen Apfelsaft.
Draußen wird es langsam dunkel. Ich sehe mir "X-Man" und "Chicken Run" an.
Wieder heiße Tücher. Interessanter Weise teilen die Stewardessen sie mit Zangen aus - ich muß es mit der Hand entgegen nehmen.
Fliegen gerade über Saudi Arabien.
Wieder Essen. Drei Sandwich und einen Kaffee.
Noch eine Stunde bis zum Zwischenstop in Dubai.
Landeanflug - 12000m - 8000m - 3000m - die Ohren schmerzen. Dafür entschädigt die Aussicht auf das sehr hell beleuchtete Dubai. Häfen, Märkte, weiße Moscheen, Tankstellen und unendliche Autos. Der Flieger steht. Wir vertreten uns die Beine an Bord, da wir ihn nicht verlassen. Neues Catering und Saubermachen. Der Flieger wird jetzt voller. Startvorbereitungen und wieder heiße Tücher. Auf dem kleinen Monitor im Vordersitz werden wieder die gleichen Filme angeboten. Ich sehe mir "Toy Story" an.
Über dem Indischen Ozean genehmige ich mir einen Cinzano Rosso und ein paar Nüsse. Für die Einreise in SriLanka müssen wir eine sogenannte Einreiseerlaubnis ausfüllen. Es gibt wieder etwas zu Essen. Fisch und Reis - etwas scharf. Thunfischsalat, Zitronencreme, Brötchen und Butter, Wein dazu. Dann Schokolade und Kaffee.
Noch 2 Stunden bis SriLanka.
Flughöhe 9000m - Überfliegen die Südspitze von Indien.
Sonnenaufgang beim Landeanflug auf Colombo. Mir platzen gleich die Ohren.
Auf dem Flughafen herrscht turbulentes Treiben.
Die Einreise ist problemlos. Dann beobachten wir das Gepäckband. Unser Gepäck ist bis nach Sydney eingecheckt. Hoffentlich wird es hier nicht mit ausgeladen.
Wir tauschen etwas Geld bei der Seylan Bank um.
Was nun ? Wie weiter ?
Ein Student, der in unserer Nähe im Flieger saß, will nach Negombo. Wir schließen uns ihm an und feilschen um den Fahrpreis für einen Kleinbus (Isuzu).
Zu Fünft zahlen wir 500 Rupien - 1 DM = 35 Rupien.
Morgens um 07:00 Uhr gehen wir in Negombo am Strand des Indischen Ozeans spazieren und beobachten das mühevolle Treiben der Fischer.
Ich sammele ein paar exotische Schnecken. Viele Igelfische hängen in den Netzen oder liegen am Strand. Die Sonne scheint, es sind 30C. Wir setzen uns in eine kleine, offene Bar am Strand. Sprite und Tonic auf Eis sind eine willkommene Erfrischung. Ein Händler möchte uns eine größere Schlange verkaufen. Wir lehnen dankend ab. Gegen Mittag fahren wir wieder in einem Minibus in Richtung Colombo, zum Flughafen. Die Fahrt geht vorbei an exotischen Bäumen, weißen Moscheen auf vollgestopften Strassen. In der Nähe des Flughafens ist die Armee sehr present. In einigen Flagstellungen und MG-Nestern sind jungen Soldatinnen zu sehen.
Um in das Flughafengebäude zu gelangen müssen wir den Wachen unsere Bordkarten und Pässe zeigen. Sie fragen uns, warum wir schon jetzt hinein wollen. Hier fühlen wir uns etwas sicherer.
Unser Flieger geht am nächsten Morgen um 05:00 Uhr.
S. versucht etwas zu Schlafen, H. löst Kreuzworträtsel und ich höre etwas Musik und schreibe Ansichtskarten.
Eine SMS nach Hause an J. wird prompt beantwortet, das hebt meine Stimmung. Endlich ist auf der Anzeigetafel unser Endziel zu sehen - Sydney.
03:45 Uhr. Das Warten hat ein Ende. Nach dem Ausfüllen von unendlich vielen Formularen können wir einchecken. Die letzten Rupien werden in $ 5,00 umgetauscht und dann im Duty Free Shop für eine Flasche Arrack ausgegeben.
Ich sehe die ersten Aussies mit ihren typischen Hüten.
Beim Betreten des Fliegers - Airbus A340 - werden wir an einer Parade von Koffern und Gepäckstücken auf dem Rollfeld vorbeigeführt. Zum Glück erkennen wir keines wieder.
Es gibt wieder heiße Tücher. Diesmal waren sie eine echte Erfrischung nach dem langen Tag. Ich studiere die Speisekarte. Kiri Buth Chicken Curry Oriental, Seeni Sambol (noch keine Ahnung was das das ist), Fruchtjuice, Früchte und Joghurt.
Dann schaue ich, was für Filme gezeigt werden.
Jetzt könnte ich ein Fosters vertragen. Die rollende Bar kommt vorbei. Nix Fosters - Tomatensaft oder Juice.
10058 km über dem Golf von Bengalen. Wir fliegen auf den Äquator zu. Draußen wird es langsam hell. Die Fenster sollen zugezogen werden.
Wir fliegen über Australien ! Nähe Alice Springs. Leicht bewölkt. Jetzt bekomme ich mein Fosters. Und Cinzano Rosso. H. nimmt einen Whisky, S. Cola.
Höhe 11277 km, -47C.
Es gibt wieder etwas zu Essen. S. nimmt das Lamm, Thunfischsalat und Kuchen. Ich werde Fisch nehmen.
Sind über Wagga Wagga, noch 45 Minuten dann Landeanflug auf Sydney. Butterweiche Landung, habe es mit der Vidiokamera festgehalten.
Nun noch die notwendigen Formalitäten. Haben sie Nahrungsmittel oder Tiere mitgebracht ? Natürlich nicht. Dass S. sämtlichen Pfeffer, Salz und Zucker aus dem Flieger eingesteckt hat wußte ich ja nicht. Zu unser aller Überraschung kommt unser Gepäck auf uns zu.
Nach kurzem Suchen finden wir den Bus zum Hotel.
A$ 7,00. Es ist schon Dunkel. Der Busfahrer ist gut drauf und macht mit uns noch eine kleine Stadtrundfahrt.
Im Hotel. Als Proviantmeister habe ich erst mal Kaffee und Tee gekocht. H. findet seinen Elektrorasierer nicht. Socken und Slips gewaschen.
Wir sitzen zusammen und machen einen Plan für Morgen.

17.12.2000

Sydney wir kommen !
Haben alle Drei gut geschlafen. Es ist 05:30 Uhr, das Wetter ist etwas bedeckt.
09:00 Uhr - Frühstück bei Mc Donalds in der Georg Street. Dann haben wir uns eine Telefonkarte für A$ 10,00 gekauft. In einem Internet-Kaffee noch kurz eine Mail nach Hause geschickt - kostenlos. Uns geht es gut.
Der erste Weg führt uns zum HardRock Cafe. S. ist ein Fan von den T-Shirts. Nun schlendern wir in Richtung Sydney Oper. Ein unbedingtes Muß in Sydney. In den Geschäften, an denen wir vorbeikommen, wird weihnachtliche Musik gespielt und alles ist entsprechend geschmückt. Das holt uns wieder auf den Boden zurück. Da war doch noch was, richtig, das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Automatisch sind die Gedanken zu Hause.
Wir gehen durch den Royal Botanic Garden. Die Flora ist umwerfend. Bäume und Blumen die ich zuvor nie gesehen hatte. Etwas witzig für uns ist die Abteilung mit deneuropäischen Pflanzen. Stiefmütterchen und gewöhnliche Zwiebeln stehen perfekt in Reih und Glied. Immer am Wasser entlang, geht es zu Oper.
Es ist ein toller Anblick das Wahrzeichen Sydneys vor sich zu sehen. Die weißen Kacheln glänzen in der Sonne. Festlich angezogene Menschen stehen mit Sektgläsern in der Hand auf der Treppe.
Wir sehen dem bunten Treiben am Circular Quay zu. Jetzt wollen wir die Telefonkarte einmal ausprobieren. Das hat eine geschlagene 3/4 Stunde gedauert bis wir den Trick raus hatten. Hier die Kurzform, welche dann funktionierte : A$ 0,40 in den Schlitz, Hello Card Nr., Sprache 1 für Englisch, Hello Card Pin-Code, dann 001149..........
Geschafft. Zu Hause ist schon Abend.
Um die Oper auch von der Wasserseite sehen zu können, entschließen wir uns, mit einer der Fähren zu fahren. Es ist ein wunderbarer Anblick.
Auch den Sydney Tower haben wir besucht. Hier hat man einen Super Ausblick auf den Hafen. Nicht zu vergessen die Show welche von der bewegten Geschichte des Kontinentes erzählt. Ein 3D Kino mit Spezialeffekten - sollte man sich ansehen.
Wieder auf dem Boden gehen wir in den Stadtteil The Rocks. In den vielen Bars und Märkten drängen sich Tausende von Besuchern und Einheimische.
Ein weiterer Höhepunkt war für mich das Marine Museum und Wharf 7. Hier habe ich das Segelschiff "Batavia" wieder gesehen. Einige Jahre zuvor habe ich sie in den Niederlanden, in einer Werft, gesehen. Da war sie aber noch im Bau. Zu den Olympischen Spielen 2000 wurde sie nach Sydney gebracht und nun sehe ich sie hier wieder.
In China Town haben wir zu Abend gegessen. Lecker Sushi.
Was nicht geklappt hat, war die Tatsache, dass ich keine Flasche oder Büchse Bier bekommen habe. Ich habe keinen Shop oder Imbiss gesehen, wo man dass kaufen konnte. Entweder bin ich blind oder die Aussies verstecken es. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
Nach reichlich 14 Stunden Stadtrundgang sind wir ziemlich k.o. ins Hotel zurück gekehrt. Hier heißt es wieder Koffer packen und die Sachen ordnen. Morgen geht es mit dem Flieger an die Ostküste, nach Brisbane. Wir wollen ja das Land noch intensiver kennenlernen.

18.12.2000

Mit dem Bus geht es zum Flughafen. Hier noch in ein paar Shops gestöbert, Briefmarken und Ansichtskarten gekauft. H. genießt einen Kaffee. Ab geht es mit Ansett Australia und einer Boing B737 nach Brisbane. Laut Flugwetterkarte sind dort 30C. Das Bordradio spielt eine lokale Popband, "Killing Heidi". Der Flug dauert nicht allzu lang. Mit dem Taxi (A$ 22,00) geht's zum Autovermieter Britz. Hier wird der kleine Camper übernommen. Es wird einem alles wissenswerte gut erklärt. Mittags, die Sonne steht senkrecht über uns.
Alles Gepäck ist verstaut. Rechtslenkung - wird schon klappen. Auf geht's zum Highway Nr.1 - in Richtung Gold Coast.
Vorbei an einem Waterworld und Movieworld fahren wir nach Southport (Queensland) und machen erst einmal
Halt auf dem Broadwater Car Parkplatz.
Hier sammele ich die ersten Samen von Bäumen. In der Ferne ist die Skyline von Surfers Paradise zu sehen.

Surfers Paradise Skyline

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite schreit ein Werbeschild von Woolworths förmlich nach Einkauf.
In einem Bottleshop gibt es auch Bier - Marke "XXXX".
Ich packe eine große Kiste ein, die Büchsen sind nicht besonders groß. Weiter geht's nach Surfers Paradise, das erste Nachtquartier suchen. In der Abenddämmerung stellen wir den Camper auf der Strandpromenade ab. Überall braungebrannte, junge Menschen - hier steppt der Bär. Hunderte von Souveniershops bieten ihre Waren an. Ein paar T-Shirts finden in uns willkommene Abnehmer. Spät in der Nacht wird es langsam ruhiger, wir bereiten uns auf die erste Nacht vor.

19.12.2000

Sonnenaufgang am Pacific.
Zum Frühstück fahren wir etwas aus der Stadt hinaus. Auf dem Tallebudgera Recreation Camp finden wir einen schönen Platz und beginnen den Tag mit einem guten Kaffee.
Am Vormittag fahren wir etwas Landeinwärts zum Lamington Nationalpark.
Hier, im tropischen Regenwald, an der Grenze zu New South Wales versucht die Natur sich selbst in ihrer Schönheit zu übertreffen. Am Besten gefallen hat mir die natürliche Steinbrücke über einem kleinen Fluß.
Zurück auf dem Pacific Highway führt die Reise an Bananenplantagen entlang. Eine Tüte "Ladyfinger" gibt es für A$ 1,00.
Am Nachmittag fahren wir nach Byron Bay, dem östlichsten Punkt Australiens. Von einem gut besuchten Aussichtspunkt kann man im Meer Schildkröten und kleine Haie beobachten. Am Strand trauen wir uns trotzdem ins Wasser und genießen das kühle Nass. Zum Mittag gibt es ein paar Pepinos.
Jetzt geht es über Balina, Coffs Harbour nach Nambucca Heads. Im Hyland Park sehen wir die ersten Kangaroos. Eine Herde von ca. 20 Tieren graste auf einer Wiese. Beim Fotografieren gesellten sich auch ein paar farbenfreudige Papageien hinzu.
Am Nambucca River schlagen wir unser Nachtlager auf und essen zu Abend.

20.12.2000

Beim Frühstück beobachten wir ein paar Einheimische, die ihre Fischerboote zu Wasser lassen.
Einige Papageien gehen vor dem Camper spazieren.
Wir füllen unseren Wassertank auf und starten in Richtung Newcastle. In einem "Hungry Jacks" Fastfood essen wir den Ocean Catch und Trinken etwas. Das auf dem Tisch stehende Salz und der Pfeffer wandert in die Hosentasche. Überall herrscht weihnachtliche Stimmung. Zum Kiddies Meal gibt es die Figuren von Chicken Run. Vor dem Restaurant donnern die Roadtrains vorbei. Wir starten auch wieder und fahren über Belmont , Swansea und Wyong nach Paramatta auf dem Pacific Highway Nr.1
Hier ist die Nähe von Sydney schon deutlich zu spüren.
Wir suchen den Great Western Highway um nach Penrith in Richtung des Blue Mountains National Parks zu kommen.
In Glennbrook besuchen wir das Infocenter und werden von einer sehr gut deutsch sprechenden Frau bestens informiert. Daraufhin fahren wir direkt nach Katoomba zum Echo Point - zu den Three Sisters. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick in die Blue Mountains und auf die Felsformation der Three Sisters. Um uns fliegen Kakadus und rote Papageien. Auf einem Rastplatz in unmittelbarer Nähe stellen wir den Camper zur Nacht ab.
Die Felsen der Three Sisters werden des Nachts mit großen Scheinwerfern angestrahlt. Es ist ein wundervoller Anblick. Die Gedanken sind in diesem Augenblick zu Hause. Was würde ich geben, wenn meine Lieben das sehen könnten. Im Licht der Scheinwerfer tummeln sich Hunderte von Motten. Am wolkenlosen, pechschwarzen Himmel sind Milliarden Sterne zu sehen. Wir suchen das Kreuz des Südens und müssen uns zwingen, ins Bett zu gehen.

21.12.2000

Am frühen Morgen rufe ich J. zu Hause an. Im Three Sisters Pavilion, eigentlich ein Restaurant, können wir prima unsere Morgentoilette bei Musik machen. Fließend warmes Wasser, Toilette und Steckdosen zum Aufladen. Der Souveniershop macht pünktlich um 09:00 Uhr auf.
Für A$ 33,00 kaufe ich mir einen Bush Hat, einen Overlander. Wegen der immer präsenten Sonne.
Unser Ausflug in die Blue Mountains geht weiter. Heute besuchen wir die Wentworth Falls - ein paar Wasserfälle.
Mit einer Seilgondel, dem Skyway, kann man sich die Wasserfälle aus einer anderen Perspektive ansehen. Die A$ 8,00 pro Person sind etwas heftig und hinzu kommt noch, dass um diese Jahreszeit die Wasserfälle mehr ein Rinnsal sind. Es ist zu trocken für richtig plätscherndes Wasser. Gegen Mittag geht es zurück über Katoomba in Richtung Sydney. Unser Tagesziel ist der Anlandeplatz von Captain Cook in Botany Bay. Nach einigem Suchen und Umherirren in Paramatta haben wir es doch noch gefunden. Den Australiern ist dieses Ereignis gerade einmal ein mittelgroßer Obelisk wert. In der Ferne sieht man die Skyline von Sydney. Über uns gehen die Jumbo-Jets auf dem nahen Airport zur Landung runter.
Den ersten Kookaburra, den lachenden Hans, finden wir ziemlich stumm auf einen Baum in der Nähe. Dafür sind zahlreiche Kakadus am Strand unterwegs. Knips, Knips...
Hier schlagen wir auch unser Nachtlager auf. Der Abend vergeht mit Mücken jagen.

22.12.2000

Heute wird J. 18 Jahre. Ich bin schon seit ein paar Tagen mit den Gedanken bei ihm. Werde versuchen ihn anzurufen.
Das Frühstück wird heute etwas verschoben, wir wollen ein paar Kilometer in Richtung Wollongong fahren. Am Lake Illawarra finden wir einen sehr guten Rastplatz mit Duschmöglichkeit direkt am Strand. Das Frühstück schmeckt unter freiem Himmel.
Der Princess Highway führt uns nach Kiama. Die Fahrweise von S. wurde heute von den Roadtrains benotet. Ich weiß nicht genau was das Hupen bedeutete, kann es mir aber denken. Wir wechseln uns beim Fahren immer Tageweise ab.
Wir machen Rast in Berry. Der Ort hat einen besonderen Charm und so gönnen wir uns ein Bier in einer der urigen Kneipen. Die Mainstreet hat etwas Westernartiges.
Im Hafen von Ulladulla beobachten wir Pelikane bis es weiter nach Eden geht. Hier gibt es eine Walbeobachtungsstation. Die zu Besuchen macht leider keinen Sinn - falsche Jahreszeit. Aber ich habe hier J. angerufen und zum Geburtstag gratuliert. Das tat gut.
An der Grenze nach Victoria suchen wir einen Platz für die Nacht. Die Tage vergehen wie im Fluge.
Im Kiolora Forest, einer dicht bewaldeten Gegend, finden wir unseren Platz. Das Abendessen genießen wir inmitten zwitschernder Waldvögel, auf dem Tisch krabbeln Termiten herum. Natur pur. Aus gegebenem Anlaß wird die Flasche Arrack geöffnet. Ich fülle die Solardusche mit Wasser für den nächsten Morgen.

23.12.2000

Prima warm geduscht. Das Frühstück mitten im Wald schmeckt, die vielen Vögel sind auch schon munter.
Auf dem Princess Highway geht es durch unendliche Nationalparks und Wälder der Grenze nach Victoria entgegen. In Genoa wird etwas nachgetankt, A$ 1,03 kostet der Liter.
Hier versuchen wir einen ausgewiesenen Leuchtturm zu finden, was uns aber nicht gelingt. Dafür halten wir in Mallacoota und besuchen den Wochenendmarkt. Frische Tomaten und eine Haifischzahn-Kette wechseln den Besitzer.
In Lakes Entrance spendiert H. bei "Fish-a-Fare" jedem eine ordentliche Portion Fish and Chips.
Bei einem Ford-Händler in Brainsdale schauen wir uns etwas um. Wieder auf dem Highway zurück quert ein Schnabeligel, ein Echidna, unseren Weg. Vollbremsung. Alles, was nicht fest verstaut ist, kommt im Camper in Bewegung. Der kleine Igel versucht den unbefestigten Straßenrand zu erreichen um sich durch Eingraben in Sicherheit zu bringen. Er hat keine Ahnung, dass wir ihn nur Filmen und Fotografieren wollen.
Über Yarram geht weiter nach Foster. Hier kaufen wir noch einmal ein. Weihnachten steht vor der Tür und wir kennen die üblichen Ladenöffnungszeiten nicht genau. Nach Foster biegen wir in Richtung Süden, zum Wilson Promontory Nationalpark ab. Das ist so ziemlich der südlichste Punkt Australiens.
Um 18:00 Uhr erreichen wir ihn. Die Einfahrt kostet für 1 Auto und 3 Personen A$ 17,00. Letzter Stop an diesem Tag ist ein großes Camp in Tidal River. Im Nationalpark sind viele Tiere in freier Natur zu sehen, vor allem Kakadus und Kangaroos. Wir stellen den Camper unter ein paar Bäumen ab und richten uns ein. Während des Abendbrotes beobachten wir Kinder, die die vielen bunten Papageien füttern. Das gibt uns Gelegenheit schöne Filmaufnahmen von den Vögeln zu machen.
Das schöne Wetter der vergangenen Tage verabschiedet sich ein wenig. An diesem Teil der Welt ist es etwas rauer und windiger. Die Insel Tasmanien liegt nur durch die Bass-Strasse getrennt, vor uns.
Wir machen noch einen Spaziergang zum Strand. Die Gegend erinnert irgendwie an Jurassic Park. Ein im Meer mündender Fluß - riesige, runde Felsen - tropischer Regenwald direkt am tosendem Meeresstrand. Es fehlt nur eine gemütlich dahertrottende Saurierherde.

Saurierstrand


24.12.2000

Weihnachten. Jedenfalls in Europa. Auf diesem Kontinent und in den Ländern des Commonwealth werden die Geschenke erst zum Boxing Day, am 26.12. verteilt. Egal, es wird erst einmal heiß geduscht. Gegen 06:30 Uhr frühstücken wir. Ich fotografiere noch einmal den "Saurierstrand" im Morgenlicht.
Unser heutiges Ziel ist Melbourne.
Über Leongatha und Korumburra erreichen wir eine Bahnstation des Puffing Billy Dampfzuges. Er ist eine der schönsten, noch erhaltenen Dampfeisenbahnen der Welt. Leider läßt es die Zeit nicht zu, ein paar Stationen mitzufahren.

Puffing Bill

Unsere Fahrt geht durch die Vororte von Melbourne. Der Verkehr ist - nach den einsamen Fahrten der vergangenen Tage - recht turbulent. Wir versuchen erst einmal in die Nähe der Flinders Street zu kommen.
Hier liegt die imposante Flinders Street Station, der große Bahnhof.
Hier befindet sich auch ein Modellbaugeschäft. Der Hearns Hobby Shop. Vor ein paar Wochen bin ich mit den Besitzern per Mail ins Gespräch gekommen. Die haben nicht schlecht gestaunt, dass ich persönlich vorbeigeschaut habe. S. lädt uns heute zum Essen ins Hard Rock ein. War sehr lecker. Im allgemeinen kann man sagen, dass in Melbourne am 24.12. der Teufel los ist. Alles ist auf Shopping eingestellt. Die Geschäfte geben Rabatte bis zu 50%, alles soll raus. Bei einem Juwelier kaufen wir ein paar Opale für unsere Frauen. Den ganzen Nachmittag verbringen wir in der Stadt. Dann geht es weiter nach Geelong, zur Great Ocean Road. Auf dieser wundervollen Küstenstraße sieht man hinter jeder Straßenbiegung ein neues Postkartenmotiv. Es fährt sich angenehm auf dieser geschwungenen, bergigen Straße. In Anglesea machen wir Rast. Der Weihnachtsmann ist auf einer Feuerwehr im Ort unterwegs. Die Kinder sind begeistert.
Am Abend haben wir die Weihnachtsgeschenke von zu Hause aufgemacht. Die Stimmung ist etwas gedämpft. Ein winziger Tannenbaum, den wir mitgenommen hatten, leuchtet auf dem Tisch vor sich hin.

25.12.2000

Sprühregen am Morgen.
Nach dem Frühstück kommt aber die Sonne heraus. Die nächsten Kilometer wollen wir etwas ruhiger angehen. Wir fahren Apollo Bay entgegen. Große, weiße Wellen werden von einigen Surfern erklommen. Ab und zu regnet es wieder. Wir machen einen Abstecher zum Otway Nationalpark. Über Cape Otway und Moonlight Head geht es in Richtung Strand. Auf dem schmalen Weg müssen wir mitten durch eine Kuhherde fahren.
Die Küste ist wild. Der Tank ist fast leer. In Princetown haben wir leider keine Tankstelle gesehen. Also weiter nach Port Campbell. Mit dem sprichwörtlich letzten Tropfen erreichen wir eine Tankstation. Für A$ 30,00 wird getankt.
Da es schon spät am Abend ist, beschließen wir in Port Campbell auf einem Campingplatz zu übernachten. Das Office ist schon geschlossen. Gute Dusch- und Waschmöglichkeit. Auch das Handy von S. kann aufgeladen werden. Auf dem Platz neben uns campen zwei junge Mädchen aus der Schweiz. Wir rufen zu Hause an.
An den berühmten Felsen der 12 Apostel sind wir vorbeigefahren. Diese wollen wir uns Morgen in Ruhe ansehen.

26.12.2000